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La storia di famiglia

WappenDie Legende besagt, dass sich der Name Marinello aus dem ursprünglichen 'marinaro' abänderte, was auf ein Seefahrergeschlecht hindeutet. Auch der Herkunftsort unterstützt diese These, wurden doch seeräuberische Tätigkeiten dadurch bestraft, dass ganze Familien in die unzugänglichen Dolomiten verbannt wurden. Unser Familienwappen, ein steigendes Pferd auf zwei Wellenlinien, deutet ebenfalls auf einen Bezug zu Wasser hin. Ma, se non é vero - é ben trovato!

Am Ende des 19. Jahrhunderts machte sich der 20-jährige Angelo Marinello aus dem Valle di Cadore (bei Cortina d'Ampezza in den norditalienischen Dolomiten) auf den Weg nach Amerika. In dem kleinen Dorf Valle die Cadore besteht noch heute ein Friedhof, auf welchem unzählige Gräber mit Marinello's bestehen. Wenn jemand von uns diesen Friedhof besucht kommt es immer wieder vor, dass ihm ein anderer Marinello aus irgend einer Ecke der Welt begegnet. Als gelernter Steinmetz sah Angelo in der zerstrittenen alten Welt keine Zukunft. So machte er sich mit seinen mageren Ersparnissen auf, um über Le Havre und New York nach Amerika auszuwandern, wie dies Tausende aus armen Gegenden Europas gleich taten.

Zu jener Zeit wurden die Zugbillete nicht von einem Ort zum andern gelöst, sondern für eine bestimmt Zeitspanne. Da das damalige italienische Bahnsystem nicht besser funktionierte als heute, reichte seine Fahrkarte gerade mal bis in die Schweiz. Zum Glück wusste er, dass in Schönenwerd im Aargau ein Onkel von ihm wohnte, und ein nachsichtiger Zugkontrolleur liess ihn ohne Schweizerfranken in der Tasche bis dahin weiterfahren. Dort wollte er seine Verwandten bitten, ihm den fehlenden Betrag auszuleihen.

Der Zwischenhalt dauerte jedoch etwas länger! Zur gleichen Zeit war ein hübsches und resolutes Mädchen aus Posagno bei Venedig ebenfalls auf Besuch in Aarau, Assunta Vardanega. Auch sie kam aus sehr armen Verhältnissen. Ihr Vater war Alpkäser, und als Hauptnahrung kannte sie weder Pasta noch Kartoffeln, sondern Polenta, Polenta und nochmals Polenta. In diesem Zusammenhang erzählte sie uns eine - aus heutiger Sicht - schöne Geschichte: Die Polenta wurde damals über offenem Feuer in einem Kupferkessel eine Stunde lang gekocht. Wichtig dabei war es, ununterbrochen mit einem Holzlöffel umzurühren, dabei aber die sich bildende Kruste auf dem Kupfer nicht zu verletzen. Wenn die Polenta besonders gut gelungen war, konnte die Kruste nach dem abgiessen der fertigen Polenta als ganzes aus dem Kessel entnommen werden. Den setzte sich dann unsere Urgrossmutter wie einen Hut auf und trug so unter tosendem Beifall der ganzen Familie das Essen an den Tisch. Bis vor wenigen Jahren war es darum auch in unserer Familie noch Tradition, am Samstagabend Polenta zu essen.

Diese Assunta schlug den schüchternen Angelo schnell in ihren Bann. Ihre feurigen, dunklen Augen, ihr selbstsicheres Auftreten und ihr helles Lachen haben seine Entschlusskraft, die Reise nach Amerika fortzusetzen, mühelos gebrochen. Dazu kamen die für jene Zeit schon recht komfortablen Lebensumstände in der Schweiz. Da ihm sein im Baugewerbe tätige Onkel auch gleich eine Anstellung als Steinmetz vermitteln konnte, wurde kurzfristig umdisponiert. Welch ein Verlust für Amerika! Schon bald wurde geheiratet und die ersten von insgesammt 6 Kindern kamen zur Welt.

AssuntaDoch schon bald begann die grosse Wirtschaftskrise, von der auch die Schweiz nicht verschont blieb. Wie auch heute, wurde das Baugewerbe davon hart getroffen, so dass Angelo Marinello seine Arbeit verlor. Da konnte seine Frau Assunta zeigen, dass sie neben den feurigen Augen und dem hellen Lachen auch noch über einen ausgeprägten Unternehmergeist verfügte. Nachdem sie mit dem Nähen von Kaputmänteln für die Schweizer-Armee beinahe verhungerten, wurde sie durch eine Gärtnersfrau aus der Nachbarschaft ermuntert, mit ihr auf den Markt zu gehen, der zu jener Zeit an der Zürcher Bahnhofstrasse stattfand. Gestartet wurde vor dem Seidengrieder mit dem Verkauf von Eiern, die sie von einem Geschäft in ihrem Wohnhaus bezog. Da die Gärtnersfrau nur selbstangebautes Gemüse verkaufte, ergänzte Assunta ihr Angebot schon bald mit Früchten. LadenDa sie sich aber immer für einen allzugrossen Erfolg eindeckte, wusste sie am Ende des Markttages nicht, was mit der übriggebliebenen Ware zu machen sei. Als das Eiergeschäft im eigenen Hause an der Weststrasse zum Verkauf stand griff sie ohne lange zu überlegen zu, und eröffnete den ersten MARINELLO-Laden. Ihr Mann Angelo stand ihr dabei stets tatkräftig zur Seite, zimmerte aus alten Eierkisten Gestelle und kümmerte sich vor allem um den Einkauf, damit ihr für die Kinder auch noch etwas Zeit blieb.

Die Anzahl der Kinder und der Umsatz stiegen, so das bald die Wohnung und der Laden zu klein wurden. So zog die Familie inclusive Laden von der Weststrasse zuerst nach Oberleimbach, und dann schon bald wieder in die Stadt Zürich an die Seefeldstrasse.

Doch neben all dem Erfolg mussten tragische Schicksalschläge überstanden werden. Drei der sechs Kinder starben in jungen Jahren an Krankheiten, die in der heutigen Zeit problemlos geheilt werden könnten. So bestand die Familie 1950 aus den Eltern Angelo und Assunta, sowie der ältesten Tochter Rosina, dem zweitältesten Giuseppe und dem Nachzügler Gabriel, der 16 Jahre nach seinem Bruder Giuseppe zur Welt kam.

1934 eröffnete der Sohn Giuseppe, mit dem Spitznamen Nino, mit nur 20 Jahren sein erstes Geschäft an der Schaffhauserstrasse 9 in Zürich 6. Aus diesem Geschäft entwickelte sich dann die Firma MARINELLO + CO AG, deren Geschichte Sie auf der Seite Gastronomie weiterverfolgen können.

RosinaDas Geschäft im Seefeld übernahm die Tochter Rosina von Angelo und Assunta, und ab 1957 baute ihr Bruder Gabriel die Firma MARINELLO AG darauf aus, dessen Geschichte Sie auf der Seite MARINELLO AG nachlesen können.